Was ist Bsal?

Bsal oder genauer Batrachochytrium salamandrivorans ist ein Hautpilz und gehört zu den Chytridpilzen. Der aus Asien stammende Pilz wurde über den weltweiten Tierhandel nach Europa eingeführt. Asiatische Amphibien weisen eine Immunität gegen die von dem Pilz verursachte Hauterkrankung auf. Diese Immunität trifft für hier heimische Salamanderarten nicht zu. Vor allem Feuersalamander werden von dem Hautpilz befallen, erleiden Läsionen und Geschwüre auf der Haut und sterben wenige Tage nach der Infektion.

Verbreitung von Bsal in Europa

Erste Ausbruchsherde von Bsal wurden vor einigen Jahren in den Niederlanden entdeckt. Dort führte der Hautpilz zu einem massiven Rückgang der Feuersalamander um 96 % und löschte dort ganze Populationen aus. Auch in Belgien wurden ähnliche Rückgänge aufgezeichnet. Erste Bsal Nachweise in Deutschland wurden 2015 in der Eifel registriert. Seither breitet sich der Hautpilz von dort in Deutschland aus. Auch im Ruhrgebiet wurden bereits zahlreiche tote, infizierte Feuersalamander erfasst. Seit Juni 2020 ist ein weiterer Bsal-Fall aus Bayern bekannt. Für Hessen gibt es derzeit keinen Bsal-Nachweis im Freiland.

Der Feuersalamander

Der Europäische Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist durch seine typische Schwarz-gelbe Färbung leicht von anderen Amphibien zu unterscheiden. Dabei kann die Färbung der Tiere von Gelb über Orange bis hin zu Rot variieren. Feuersalamander sind kräftig gebaute Landsalamander und können bis zu 20 cm lang und 40 Gramm schwer werden. Der in Europa weit verbreitete Feuersalamander bewohnt vorzugsweise Laub-/ Mischwälder durchzogen von Bächen in mittleren Höhen. Bei milden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit sind die Tiere in der Dämmerung und nachts aktiv.

Amphibien im Rahmen des Klimawandels

Immer häufiger treten in Deutschland besonders heiße und trockene Sommermonate auf und die Wintermonate werden milder. Der Klimawandel beeinflusst viele Tier- und Pflanzenarten. Auch den Feuersalamander? Aktuelle Studien in Deutschland gibt es dazu nicht. Studien auf der ganzen Welt legen jedoch nahe, dass es so ist.

Die Haut der Feuersalamander ist für die Atmung und viele Stoffwechselprozesse von großer Bedeutung. Dazu muss die Haut dauerhaft feucht gehalten werden. Ist es zu trocken, verlassen adulte Feuersalamander ihre Tagesverstecke kaum bis gar nicht, um nicht auszutrocknen. So können sie keine Nahrung aufnehmen und verlieren über den Sommer an Gewicht. Dadurch kann die Fortpflanzungsfähigkeit der Salamander negativ beeinflusst werden. Geschwächte Tiere tragen weniger Nachwuchs aus.

Auch die Larven werden von Trockenperioden beeinflusst. Immer öfter trocknen Bachoberläufe während des Sommers aus und die Larven sterben.

Die milderen Winter können dem Feuersalamander ebenso mehr schaden, als sie ihm nutzen. Die Winterruhe/Winterstarre wird durch milde Temperaturen unterbrochen. Dadurch wird viel Energie verbraucht, ohne dass dies durch Nahrung kompensiert werden kann.

Das gänzliche Aussterben von Amphibien durch den Klimawandel sehen die meisten Forscher als unrealistisch. Vielmehr wird eine Verschiebung der Verbreitungsgebiete auf Grundlage neuester Klimaprognosen angenommen. Inwieweit dies in Deutschland für den Feuersalamander möglich sein wird, ist aktuell noch unklar.

Instituts für Biologiedidaktik der JLU Gießen
Instituts für Biologiedidaktik der JLU Gießen
Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

Gefördert durch den hessischen Biodiversitätsforschungsfond.